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Mahnmal gegen Groer vor Stephansdom

WIEN. (hpd) Die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt hat vor dem Wiener Stephansdom ein Mahnmal in Form eines Mühlsteins aufgestellt. Es soll auf den Missbrauchsskandal in der Kirche aufmerksam machen – und Protest gegen die nach wie vor anhaltende Verehrung für den verstorbenen Kardinal Hans Hermann Groer sein.

Es war ein symbolträchtiger Tag, den sich die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt für ihre Protestaktion ausgesucht hat. Und es war eine symbolträchtige Geste. Am katholischen “Tag der unschuldigen Kinder” deponierte Obmann Sepp Rothwangl einen 300 Kilogramm schweren Mühlstein vor dem Wiener Stephansdom.

Aus dem Achsenloch in der Mitte des Steins ragt ein Porträt von Hans Hermann Groer – dem mittlerweile verstorbenen Kardinal, dessen Name nicht nur in Österreich für jahrzehntelange sexuelle, körperliche und psychische Gewalt gegen Kinder steht. Und dafür, dass diese Verbrechen systematisch vertuscht wurden.

Groer war Mitte der Neunziger der erste hochrangige Kirchenvertreter, den ein ehemaliges Opfer öffentlich beschuldigte, sich während seiner Schulzeit an ihm vergangen zu haben. Die Vorwürfe gegen Groer gelten heute auch innerhalb der katholischen Kirche weitgehend als bewiesen.

Anspielung auf Lukas-Evangelium

Der Mühlstein ist eine Anspielung auf ein Zitat aus dem Lukas-Evangelium: “Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt.” Der Stein vor dem Stephansdom ist die Spende eines sympathisierenden Müllers.

Mit einem ähnlichen Mahnmal hatte die Plattform erst vor eineinhalb Wochen gegen eine Gedenkstätte für Kardinal Groer in Oberösterreich protestiert. Auch wenn der Großteil des Klerus Groer heute als überführt sieht, in Teilen der konservativen Priesterschaft sowie unter konservativen Katholiken gilt Groer nach wie vor als verehrungswürdig.

Plattform fordert kircheneigenes Mahnmal, unabhängige Kommission

“Bis heute wird der verstorbene Vorgänger Kardinal Schönborns von seinen Anhängern idealisiert und angebetet – mit Duldung der Kirche. Auch der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll verweigert trotz mehrmaliger Aufforderung bis heute die Aberkennung von Groers Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um Niederösterreich. Und das obwohl Groers Straftaten an überwiegend niederösterreichischen Kindern hinreichend dokumentiert sind”, kommentiert Rothwangl bitter.

Mit dem Mahnmal will die Plattform nicht nur auf die Verbrechen aufmerksam machen. Sie fordert ein kircheneigenes Mahnmal gegen den Missbrauchskandal und eine kirchenunabhängige Untersuchungskommission, die die Verbrechen aufarbeiten soll. Außerdem solle die niederösterreichische Landesregierung die Ehrenbürgerschafts Groers und sein Goldenes Ehrenzeichen für “Verdienste um das Land Niederösterreich” posthum aberkennen.

 


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