Richard Dawkins
Der blinde Uhrmacher
Warum die Erkenntnisse der Evolutionstheorie zeigen, daß das Universum nicht durch Design entstanden ist
dtv, 2008
375 Seiten, Abbildungen, kartoniert, Euro 9,90
Best.Nr. 702 028
Das Buch ist ein Klassiker, ein Plädoyer gegen Intelligent Design, bevor der Begriff Verwendung fand. (Insofern ist der neue Untertitel auf die heutige Debatte abgestimmt.) Der Evolutionsbiologe Dawkins erklärt, daß komplexe „Dinge“ – nach allem, was wir die Entwicklung des Lebens mittlerweile wissen – einfach so entstehen können. Der Titel des Buches nimmt Bezug auf einen teleologischen Gottesbeweis aus dem frühen 19. Jahrhundert. Der Theologe William Paley hatte seinerzeit argumentiert, daß jeder, der bei einem Spaziergang über eine Heide eine Uhr fände, annehmen würde, diese sei von einem Uhrmacher geschaffen worden. Da viele Erscheinungen in der belebten Welt, zum Beispiel ein Auge, ähnlich komplex seien, so Paley, sei es nur logisch anzunehmen, daß auch diese die Arbeit eines Schöpfers seien. Was zu Paleys Zeiten noch einleuchtend erscheinen mochte, ist seit Darwin obsolet, so Dawkins. Denn der „Uhrmacher“ in der Natur plant nicht, er schaut nicht voraus; es sind allein die „blinden Kräfte der Physik“, die da walten.
Das in deutscher Sprache erstmals 1987 erschienene Buch ist für die Neuauflage nicht überarbeitet worden, lediglich ein einseitiges Vorwort des Verlags wurde ergänzt. In einigen Details ist es überholt, der Stand der Wissenschaft ist heute ein anderer; aber in seiner Substanz hat dieses Plädoyer für den Darwinismus nichts verloren.
G. Reinsdorf
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