Ulrich Kutschera
Tatsache Evolution
Was Darwin nicht wissen konnte
dtv, 2009
339 Seiten, kartoniert, Euro 14,90
Best.Nr. 704 347
Der renommierte Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera schildert im vorliegenden Buch die Entwicklung der Evolutionstheorie von Darwin bis heute. Oft wird bereits Darwin eine „fertige“ Evolutionstheorie zugeschrieben. Kutschera zeigt, dass das ein Irrtum ist. Das Wort „Evolution“ etwa kommt in der ersten Auflage von Darwins Hauptwerk On the Origin of Species überhaupt nicht vor, an keiner Stelle wird in jenem Werk über die Entstehung des Lebens selbst etwas ausgesagt, und auch der Begriff Mutation wurde erst etwa 20 Jahre nach Darwins Tod eingeführt. Darwin, so kann man sagen, hat gleichsam mit seiner Deszendenzlehre (Abstammungslehre) den Grundstock gelegt für das, was heute als Evolutionstheorie gilt. Kenntnisreich und leicht lesbar führt der Autor in die vielen Theorien und Modelle ein, mit denen heute die Tatsache Evolution erklärt wird. Denn eine Tatsache ist die Evolution für Kutschera. Mögen Details auch nach wie vor umstritten sein, am Faktum der Evolution selbst gibt es keinen Zweifen. Ausführlich stellt der Verfasser dar, warum in der Natur kein „intelligentes Design“ obwaltet. Methoden der immer präziserer werdenden Altersbestimmungen in der Geologie werden ebenso beschrieben wie Mechanismen der Makroevolution und Erkenntnisse der molekularen Archäologie des Genoms.
Das vorliegende Buch schildert neben der Geschichte der Evolutionsbiologie die aktuellsten Einsichten und Entdeckungen aus der Forschung und vermag auch dem bereits Belesenen immer wieder neues Wissen zu vermittel.
Ulrich Kutschera ist Professor für Pflanzenphysiologie und Evolutionsbiologie an der Universität Kassel.
B. Reinsdorf
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