Peter Henkel
Ach, der Himmel ist leer
Lauter gute Gründe gegen Gott und Glauben
Frieling, 2009
175 Seiten, kartoniert, Euro 10,90
Best.Nr. 704 378
„Ach, der Himmel ist leer“ – da schwingt in der Erkenntnis ein wenig Wehmut mit, wie der Autor im Vorwort selbst einräumt. Doch dieses „Bedauern“ wirkt sich nur auf den Schreibstil aus (der durchgängig freundlich und „ausgewogen“ ist), nicht auf die Aussagen in der Sache. Peter Henkel, langjähriger Korrespondent der Frankfurter Rundschau, macht unmißverständlich klar: es gibt „nicht nur keine Anhaltspunkte für Gottes Vorhandensein, sondern es gibt obendrein, siehe Theodizee, in reichem Maße Anhaltspunkte für seine Nichtexistenz“. So richtet sich sein Buch in erster Linie auch an „Gleichgesinnte“: „Sie sollen mit ihm aufatmen und sich mit ihm wappnen können.“
Henkel behandelt allgemeinverständlich zentrale Probleme, die für all jene interessant sind, die sich kritisch mit Religion auseinandersetzen (wobei er seine Beispiele fast ausschließlich aus christlicher Geschichte und Theologie entnimmt): die Frage nach der Existenz Gottes, die Theodizee-Frage, die Widersprüchlichkeiten in der Bibel, die „Rettungsversuche“ der modernen Theologie, die verständlichen (oder zumindest: erklärbaren) Bedürfnisse der Gläubigen. Zu all diesen Fragen liefert Henkel Argumente und verdeutlicht, daß auch religiös „unmusikalische“ Menschen ganz gut ohne Gott leben, lieben und sterben können (abgesehen vielleicht von Jürgen Habermas).
G. Reinsdorf
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