Josef H. Reichholf
Warum wir siegen wollen
Der sportliche Ehrgeiz als Triebkraft in der Evolution des Menschen
Fischer, 2009
260 Seiten, kartoniert, Euro 9,95
Best.Nr. 704 506
Von allen uns nahe stehenden Tierarten treibt keine Sport um des Sports Willen. Nur Homo sapiens betreibt körperliche Betätigung im Wettbewerb mit Seinesgleichen nur um zu siegen, um Erster zu sein. Die Pose, mit der ein Gewinner die Arme hochreißt, sich gleichsam selbst größer macht als die anderen, ist weltweit verbreitet und mehr als nur eine kulturell erlernte Geste. Der Mensch ist, so der renommierte Evolutionsbiologe Josef Reichholf, seiner Art nach auf Sieg programmiert. Von den Vormenschen bis heute nimmt der Autor die Spur auf, woher es kommt, scheinbar zweckfrei die 100-Meter-Distanz immer schneller als die anderen zu laufen, und sei es auch nur zehntel oder hundertstel Sekunden rascher, nur um zu gewinnen. Dabei zeigt sich, dass der vorzeitliche Marathonläufer sich so einen Vorteil bei der Nahrungsbeschaffung sichern konnte, die Koordination dabei Vorstufen zum Mannschaftssport heute bildete.
Reichholf bietet interessante Einsichten in die Evolution des Menschen. Sicher ist der sportliche Ehrgeiz nur eine Triebfeder Evolution des Menschen, aber wie sportliche Großveranstaltungen wie Olympische Spiele oder Fußballweltmeisterschaften zeigen, reichen solche Ereignisse tief in unseren emotionalen Haushalt hinein. Das Buch bietet reichlich Stoff zum Nachdenken.
B. Reinsdorf
|