Thomas Grüter
Freimaurer, Illuminaten und andere Verschwörer
Wie Verschwörungstheorien funktionieren
Scherz Verlag, 2006
320 Seiten, gebunden, Euro 17,90
Best.Nr. 703 908
Thomas Grüters Buch informiert über Verschwörungen und Verschwörungslegenden, es kategorisiert die Täter und benennt die Opfer. Der Autor erzählt von der Ermordung Cäsars, der Gun-Powder-Verschwörung und der Watergate-Affäre; an diesen und anderen Beispielen erörtert er, welche Faktoren gegeben sein müssen, damit eine Verschwörung erfolgreich verlaufen kann. Den größeren Teil seines Buches nehmen Verschwörungsglaube, Verschwörungslegenden und Verschwörungstheorien ein. Er stellt zahlreiche Beispiele vor, darunter die Illuminaten (ein echter historischer Geheimbund, der in Verschwörungsphantasien bis heute fortlebt), die Theorien über die Anschläge vom 9.11.2001 oder die stalinistische Säuberung nach der Ermordung Kirows 1934/35. Diese Passagen sind informativ (z.B. erfahren wir von der sehr weitgehenden strafrechtlichen Bedeutung der "Verschwörung" in den USA) und spannende Wissenschaftsprosa. In den Teilen des Buches, die sich um Systematik bemühen, treten hingegen auch Schwächen auf. Grüter führt zwar individualpsychologische Ursachen für die Verbreitung von Verschwörungslegenden an, vernachlässigt aber die soziologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen; ohne die zu berücksichtigen, sind jedoch weder die Hexenverfolgung noch die McCarthy-Ära angemessen zu verstehen.
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