Elizabeth Kolbert
Vor uns die Sintflut
Depeschen von der Klimafront
Berlin Verlag, 2006
222 Seiten, gebunden, Euro 19,90
Best.Nr. 703 881
Angesichts der aktuellen Diskussionen über Erderwärmung und Klimawandel ist dieses Buch fast schon Pflichtlektüre. Die Reporterin des New Yorker macht es uns leicht, die erschreckenden Fakten zur Kenntnis zu nehmen: ihre Reportagen sind unaufgeregt geschrieben, sie unterhalten und rufen trotzdem ins Bewußtsein, wie dramatisch die Folgen der Erwärmung der Erde bereits heute sind. Sie zeigt dies an vielen Einzelbeispielen, anhand des Verbreitungsgebietes von Schmetterlingen in Großbritannien oder des Zustands des Permafrostbodens in Alaska. Elizabeth Kolbert läßt zahlreiche Experten zu Wort kommen, die sich mit der Vorhersage von Klimaentwicklungen befassen; dabei wird klar, daß seit Ende der 1970er Jahre die überweigende Mehrheit der Forschungseinrichtungen die "Sintflut" hat kommen sehen, daß es aber in Wirtschaft und Politik hartnäckige Widerstände gegen einschneidende Maßnahmen gab. Obwohl das Buch nicht im Stil einer "Alarm-Reportage" geschrieben ist, sind die vorgetragenen (und in einer Zeittafel nochmals kompakt zusammengefaßten) Fakten beängstigend. Und Kolberts Fazit ist wenig optimistisch: "Es erscheint unvorstellbar, daß eine technologisch fortgeschrittene Zivilisation sehenden Auges ihre Selbstvernichtung betreibt, doch genau dies geschieht im Moment."
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