Helmut Fink (Hrsg.)
Was heißt Humanismus heute?
Ein Streitgespräch zwischen Joachim Kahl und Michael Schmidt-Salomon
Schriftenreihe der Humanistischen Akademie Bayern, Bd. 2
Alibri, 2007
73 Seiten, geheftet, Euro 5.-
Best.Nr. 690 357
"Die beiden Autoren schenken sich nichts", resümiert Herausgeber Helmut Fink in seinem Nachwort und er hat recht mit dieser Einschätzung. Ausgangspunkt der Diskussion ist die kritische Bewertung des Buches des jeweils anderen: Schmidt-Salomon setzt sich mit Kahls zuletzt erschienenem Werk Weltlicher Humanismus auseinander und dieser kritisiert das Manifest des evolutionären Humanismus. Dabei werden die sehr unterschiedlichen Herangehensweisen der beiden Kontrahenten deutlich, die weit über politische und gesellschaftliche Strategien hinausgehen. Schmidt-Salomon nennt Kahls Buch eine "humanistische Besinnungsfibel", Kahl kontert mit dem Hinweis, daß das Manifest vor allem die Lufthoheit am antiklerikalen Stammtisch erobere. Und so streiten die beiden über den Wert der Religion und Bedeutung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse für das Bild des Menschen, über Bürgerlichkeit und Hedonismus, über Mainstream und Avantgarde. Das lohnt sich zu lesen, weil in den Texten tatsächlich einige strategische und grundsätzliche Bruchlinien innerhalb der humanistisch-säkularen Szene erkennbar werden.
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