Günther Hasinger
Das Schicksal des Universums
Eine Reise vom Anfang zum Ende
Beck Verlag, 2007
288 Seiten, vierfarbige Abbildungen, gebunden, Euro 22,90
Best.Nr. 703 991
Der Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (Garching) hat eine klar gegliederte und sehr gut verständliche Einführung in die Erkenntnisse von Astrophysik und Kosmologie geschrieben. Zunächst erläutert er die zentralen Begriffe und Forschungsmethoden (auch in ihrer historischen Fortentwicklung seit der Zeit Einsteins), dann erklärt er in sieben Kapiteln die Phänomene: den Urknall, die Ausbreitung des Universums, die Entstehung von Galaxien und Sternen, schließlich Rote Riesen, Weiße Zwerge & Schwarze Löcher. Ein eigenes Kapitel widmet sich dem „Ende der Welt“, wobei Hasinger hier die Variante bevorzugt, daß das Universum sich so lange ausbreitet, bis es sich so weit „verdünnt“ hat, daß es gegenüber der Energie des Vakuums „verschwindet“ – am Ende also „Nichts“ übrigbleibt.
Im letzten Kapitel wendet sich der Astrophysiker der Frage „Wo bleibt Gott?“ zu. „Ich bin im Prinzip ein religiöser Mensch“, schreibt Hasinger. Er berichtet (mit spürbarer Irritation) davon, daß er manchmal auf Vorträgen angefeindet wird, da seine Ausführungen als kirchenfeindlich (miß)verstanden werden. Er überlegt, ob „Gott“ nicht als „Lückenbüßer“ für das Unverstandene eingesetzt wird (und lehnt diese Vorstellung für sich ab). Am Ende seiner Reflexion kommt er zu dem Schluß: „Meiner Meinung nach ist Gott ein zutiefst geistiges und damit menschliches Phänomen: Ohne Mensch kein Gott!“ Hasinger weiß, daß er mit diesem Gedanken an Feuerbach anknüpft, gelangt bei seiner Suche nach einem Ausweg aus dem Dilemma zwischen Glaube und wissenschaftlichem Weltbild zum „alles durchdringenden Gott“ und schließt mit der Frage: „Ist Gott das Nichts?“ Das wird ihm, wenn es den Gott im Sinne der Bibel wirklich gibt, einige Zehntausend Jahre Fegefeuer einbringen. Wer nicht gläubig ist, kann hingegen feststellen: offenbar gelingt es auch einem redlich bemühten Autor nicht, das christliche Weltbild mit den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft zusammenzubringen.
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