Forschungskonsortium WJT
Megaparty Glaubensfest
Weltjugendtag: Erlebnis – Medien – Organisation
Verlag für Sozialwissenschaften, 2007
235 Seiten, kartoniert, Euro 19,90
Best.Nr. 704 141
Im August 2005 herrschte in Köln Ausnahmezustand. Der Papst und mit ihm hunderttausende katholische Jugendliche erstürmten die Rheinmetropole. Das Forschungskonsortium WJT war vor Ort und analysierte die Geschehnisse aus soziologischer Perspektive. Dabei sind insbesondere die aus der Teilnehmerperspektive gewonnen Daten hochspannend. Anders als es medial suggeriert wurde, war der Weltjugendtag eben nicht nur ein große friedliche Party gläubiger junger Menschen, sondern es gab sehr wohl Konflikte. Diese wurden zwar nur selten offen ausgetragen, dennoch waren die permanenten Spannungen zwischen den liberalen „Weihrauchkiffern“ und den „Hardcorechristen“ deutlich spürbar. Ebenfalls spannend sind die Erkenntnisse, die die Forscher aus der Analyse der medialen Berichterstattung gewinnen konnten. So war es den Veranstaltern gelungen, die Medien und insbesondere den WDR derart einzubinden, dass kritische Töne weitgehend unterblieben. Weit weniger gelungen war nach Meinung der Forscher dagegen die Organisation des Events. So gehörte zum WJT auch das Fasten, allerdings nicht aus religiösen Gründen, sondern aufgrund mangelnder Planung und durch Absetzbewegungen der freiwilligen Helfer.
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