Gray, Von Menschen und anderen Tieren, kt

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Art.Nr.: 704 993
Gray, Von Menschen und anderen Tieren, kt

John Gray

Von Menschen und anderen Tieren

Abschied vom Humanismus

dtv, 2012
246 Seiten, kartoniert, Euro 9,90
Best.Nr. 704 993

Jetzt als Taschenbuch: Einem Abschied vom Humanismus redet John Gray, ehemals Professor für Europäische Ideengeschichte an der London School of Economics, das Wort. Was versteht Gray unter Humanismus? „Humanismus“, schreibt der Autor, „ist eine Religion“, ein postchristlicher Glaube daran, dass wir eine Welt aufbauen könnten, die besser ist als jene, in der Menschen bislang gelebt haben. Als Vorläufer des säkularen Humanismus nennt Gray u.a. Henri de Saint-Simon und Auguste Comte, John Stuart Mill und Karl Marx. Ihre Gemeinsamkeit bestehe in einem Fortschrittsglauben. Entweder werde alles „naturgesetzlich“ immer besser, oder wir Menschen könnten eine immer bessere Welt gestalten. Dem hält Gray zahlreiche Erkenntnisse aus der Evolutionstheorie und anderen Disziplinen entgegen. So lassen etwa neurophysiologische Forschungen die Vorstellung eines freien Willens zweifelhaft erscheinen. In zahreichen (eher unsystematisch miteinander verküpften) Gedankengängen springt der Autor vom Bolschewismus und technologischen Träumen von Unsterblichkeit über Cybernautik und simulierte Wirklichkeiten zu „Postmoderne“, Globalisierung und Ökologie vor und zurück, immer wieder garniert mit Zitaten großer Denker aus vielen Jahrhunderten.
Vielen der Einsichten John Grays kann man durchaus zustimmen. Doch spricht der Autor wirklich von Humanismus? Skeptischen Lesern drängt sich vielmehr der Eindruck auf: hier bastelt sich jemand ein spezielles Bild des Humanismus zurecht, das argumentativ abzuschießen nicht schwer fällt. Das Problem bei Gray ist, dass er zu viel unter Humanismus subsumiert. Marxisten, Liberale, totalitäre Ideologen – alle, die glauben, was dem einzelnen Menschen nicht gelingt, vermöge vielleicht die Menschheit realisieren, sind für ihn Humanisten, darunter wohl viele, die sich selbst nicht als Humanisten bezeichnen würden. Und viele, die sich explizit als Humanisten verstehen, möchten wiederum mit den genannten nicht in einen Hut geworfen werden. Zum Abschluss seines Buches schreibt Gray: „Andere Tiere brauchen kein Lebensziel. Das Tier Mensch kommt, da es im Widerstreit mit dem eigenen Wesen lebt, nicht ohne ein solches Ziel aus. Könnte es nicht darin bestehen, einfach zu sehen, was ist?“ Um dann, muss man als Skepiker nachfragen, alles zu belassen, wie es ist? Über eine solche antihumanistische Botschaft können sich die Reichen und Mächtigen dieser Welt wirklich freuen.
B. Reinsdorf

Diesen Artikel haben wir am Donnerstag, 27. September 2012 in unseren Katalog aufgenommen.

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