Meyer, Die Ironie Gottes

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Art.Nr.: 703 685
Meyer, Die Ironie Gottes

Thomas Meyer

Die Ironie Gottes

Religiotainement, Resakralisierung und die liberale Demokratie

Verlag für Sozialwissenschaften, 2005
135 Seiten, kartoniert, Euro 29,99
Best.Nr. 703 685

Thomas Meyer (Politikwissenschaftler an der Universität Dortmund) geht von der Feststellung aus, daß zwar einerseits die Überzeugungskraft der Religion in Europa schwindet, es den Kirchen jedoch andererseits in den letzten Jahren gelungen ist, sich zur unangefochtenen Instanz der öffentlichen Moral aufzuschwingen. Diese "christliche Dominanz der Öffentlichkeit ohne einen Bekenntniskonsens in der Gesellschaft" bezeichnet er als "Ironie Gottes" (in Anlehnung an die "Rache Gottes", als die Gilles Kepel in seinem gleichnamigen Buch das Erstarken fundamentalistischer Strömungen benannt hat). Meyer stellt zunächst die ideologischen Grundlagen dieser Entwicklung dar - sowohl das Selbstverständnis und die Strategien der kirchlichen Akteure als auch die korrespondierenden Denkmuster im nicht religiösen Teil der Gesellschaft. Während Ratzinger & Co. vor der "Diktatur des Relativismus" warnen und für die Religion beanspruchen, sie dürfe verbindlich festlegen, was dem liberalen Verfassungsstaat festzulegen verwehrt sei (untermauert mit einer entsprechenden Interpretation des bekannten Böckenförde-Zitats), setzen die Vertreter des Säkularismus dem wenig entgegen und befördern so mittelbar ein Erscheinungsbild als ob die Religion dieses Segment des öffentlichen Raumes quasi selbstverständlich besetzen müsse (dabei verweist der Autor u.a. auch auf die Rolle, die Jürgen Habermas in dieser Debatte einnimmt). Angesichts der Frage, ob die Säkularisierung einen europäischen "Sonderweg" darstelle, verweist Meyer auf die ökonomischen Rahmenbedingungen: offenbar hängt der Grad der öffentlichen Bedeutung von Religion nicht unwesentlich vom Grad institutionalisierter sozialer Sicherheit ab.
Die angemaßte Rolle der Kirchen, Werte und Wahrheit mit höherem Recht bestimmen und die säkulare Vernunft kontrollieren zu dürfen, sieht Meyer als problematisch für die liberale Demokratie; in Äußerungen wie "Gott ist größer als der Berliner Senat" (so ein Plakat auf einer Demonstration gegen den geplanten integrativen Ethikunterricht) sieht er ein Alarmsignal. Als Lösung hofft er auf eine "zivilisierende Selbstreflexion des politischen Christentums" (was einen Verzicht auf den hegemonialen Anspruch zur Folge haben solle).

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Diesen Artikel haben wir am Dienstag, 02. Mai 2006 in unseren Katalog aufgenommen.

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