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Rezensionen zu: Nyncke / Schmidt-Salomon, Wo bitte geht s zu Gott?

Nyncke / Schmidt-Salomon, Wo bitte geht s zu Gott?
Datum: Donnerstag, 13. November 2008
Autor: Gast

Rezension:
Lieb gemeint, jedoch am Ziel vorbei geschossen.
Dieses Buch ist definitiv kein Kinderbuch. Es mag sein, daß Kinder vieles anders verarbeiten als Erwachsene, sonst wären Märchen ab 18. Jedoch kann man Kindern, speziell denen zu deren Alterklasse man ein kleines Ferkel zuordnen würde, dieses Buch noch nicht zumuten. Sowohl Zeichnungen als auch Text fallen durch ihre Übertreibung aus dem zulässigen Rahmen.
Aus der Sicht eines Erwachsenen, der seine Religiösität überwunden hat, ist die extreme, aggressive Darstellung nachvollziehbar und nötig. Ein Kind, welches im täglichen Leben in unseren Breitengeraden andauernd mit religiösen Symbolen, Anschauungen und nicht zuletzt Menschen konfrontiert wird, kann die Gegensätze zur Realität nicht verarbeiten. Kein einem Kind bekannter Muslim, Katholik oder Jude verhält sich auch nur annährend wie in dem Buch dargestellt. Dadurch entsteht eine Diskrepanz, die ihrerseits das Kind verleitet das Buch zu hinterfragen wobei es unweigerlich dein Eindruck,erhält, das Buch würde übertreiben und Religionen allgemein verteufeln, die doch in Wahrheit Liebe und Geborgenheit versprechen. Denn genau damit wird es im Kindergarten, in der Schule und von den Mitschülern geködert und genau das gilt es doch zu verhindern. Das Kind ist hier doch meist bereits bekannten, teils geliebten, Kindergärtnerinnen, Lehrern oder Erziehern mit \\\"Religionshintergrund\\\" ausgesetzt und nicht den Horrorheiligen aus dem Buch. Eine Unterscheidung zwischen liebgemeinten Ratschlägen, erzieherischen Maßnahmen und religiös motivierter geistiger Vergewaltigung kann durch Kleinkinder noch nicht erfolgen, hier sehe ich den wichtigsten Ansatzpunkt für ein derartiges Buch. Toleranz ja, eigene Meinung bestimmt, anders sein - bitte gerne. Der Ablaßhandel im Kindergarten \\\"Religiöse Hörigkeit gegen Liebe, Respekt und Gruppenzugehörigkeit\\\" wird durch das Buch nicht verhindert sondern gestärkt. Schade.
Fazit:
Ich hätte mir von dem Buch ein wenig mehr Hilfestellung zur Vermeidung religiöser Infiltration durch nicht neutrale Pädagogen gewünscht. Da da Buch durch die extreme Darstellung erst für ältere Kinder geeignet ist, bleibt die empfindlichste Phase, das Kleinkindalter, nach wie vor ohne Anleitung für die besorgten Atheisteneltern. Lieber Herr Schmidt-Salomon, bitte legen Sie nach.
Sebastian Garreis

Bewertung: TEXT_OF_5_STARS

 

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