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Die Kirchen gehen stiften

LONDON. (hpd) Der Ausgang des Brexit-Votums hat in Großbritannien nicht nur zu kräftigen Verwirbelungen in der politischen Landschaft geführt. Landesweit haben auch ausländerfeindliche Angriffe zugenommen.

Dass die Welt voll Übel ist, verdankt sie einer Frau. Jedenfalls verhält es sich so, wenn man der griechischen Mythologie Glauben schenkt. Pandora, so erzählen griechische Sagen, erhielt von Zeus eine Büchse als Geschenk – verbunden mit der Auflage, sie nicht zu öffnen. Doch Pandora ignorierte den göttlichen Befehl, öffnete die Büchse und im Nu waren daraus alle Übel entwichen, die noch heute die Menschheit plagen.

Wer derzeit einen Blick ins Vereinigte Königreich wirft, könnte meinen, Pandora habe ihre Büchse in Großbritannien geöffnet. Dabei haben jene Kräfte, die der britischen Büchse nach dem Brexit-Votum entstiegen sind, von der alten Griechin wahrscheinlich noch nie etwas gehört. Wähleruntersuchungen zeigen, dass sich unter den Brexit-Befürwortern überdurchschnittlich viele Briten mit geringem Bildungsniveau befinden. Wie es scheint, ist das Niveau sogar so niedrig, dass einige von ihnen nicht einmal wissen, wofür sie eigentlich gestimmt haben.

Seit dem EU-Referendum mehren sich Berichte, dass in Großbritannien lebende Ausländer – aus EU-Mitgliedsstaaten und dem Rest der Welt – vermehrt Aufforderungen erhalten, das Land zu verlassen. Und zwar mit dem Hinweis auf den Ausgang des Referendums.  

"Italiener zurück nach Italien nach dem Brexit!", heißt es auf einem Zettel, den ein italienischer Mitarbeiter der Universität Southampton an der Frontscheibe seines Autos fand. "Wir haben den Brexit gewählt. Polen raus!!!! Schickt die Polen nach Hause", forderte der Schriftzug am Heck eines Lkws.

Ganz offensichtlich, so zeigt sich zunehmend, herrscht unter Brexit-Befürwortern mit niedrigem Bildungsstand die Auffassung, Brexit bedeute, dass Nicht-Bio-Briten England zu verlassen haben. Ein Missverständnis, das mit einer zunehmenden Anzahl ausländerfeindlicher Attacken und Beschimpfungen einhergeht. 

Allein in der Zeit vom 16. bis 30. Juni wurden in Großbritannien über 3.000 dieser Taten offiziell registriert. Ein Anstieg von 42 Prozent gegenüber derselben Zeitspanne im Vorjahr. Dass die Dunkelziffer wesentlich höher liegt, lässt eine Facebook-Gruppe erahnen, die sich nach dem EU-Referendum gründete: "Worrying Signs" – Besorgniserregende Zeichen. In der Gruppe, die inzwischen knapp 20.000 Mitglieder hat, kann jeder, der Opfer oder Zeuge eines ausländerfeindlichen Übergriffs wurde, seinen Bericht einstellen.

Nun kann eine Facebook-Gruppe zwar keine wissenschaftliche Statistik liefern, aber dass sich am Klima im Land etwas geändert hat, lassen die Berichte deutlich erahnen. Selbst Menschen, die seit Jahrzehnten in England leben, werden nun Opfer von Gewaltübergriffen. Und sogar Touristen müssen neuerdings damit rechnen, in Großbritannien attackiert zu werden.

Die Welle dieser Hassverbrechen hat dazu geführt, dass sich gemäßigte Brexit-Befürworter vermehrt zu dem Bekenntnis genötigt fühlen, dass ihre Wahlentscheidung keine ausländerfeindlichen Gründe hatte. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass sie – wenn auch unbeabsichtigt – mitgeholfen haben, die Büchse der Pandora zu öffnen.

Jenen, die glauben, dass sich die Dinge in Großbritannien trotzdem noch zum Guten wenden, sei gesagt, dass aus der Büchse der mythischen Ausländerin Pandora nur ein einziges Übel nicht in die Welt entweichen konnte: die Hoffnung.


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