Werder, Das Wunder des Atheismus

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Art.Nr.: 704 337
Werder, Das Wunder des Atheismus

Lutz von Werder

Das Wunder des Atheismus

Schibri, 2008
226 Seiten, kartoniert, Euro 15.-
Best.Nr. 704 337

Angesichts der Macht der theistischen Weltreligionen, schreibt Lutz von Werder im Vorwort, sei es ein Wunder, daß es überhaupt Atheisten gebe (tatsächlich wird ihre Zahl auf rund eine Milliarde geschätzt). Dieses „Wunder“ analysiert er im folgenden genauer, indem er die zahlreichen atheistischen Traditionen anhand der sie repräsentierenden Philosophen vorstellt. Dabei nimmt er die grundlegende Unterscheidung zwischen „optimitischem“ und „pessimistischem“ Atheismus vor. Letzteren gelte es zu überwinden, denn nur die erstere Variante eröffne „das Leben als hedonistische Kunst“. Damit den (atheistischen) Leserinnen und Lesern dieser Schritt gelingen möge, sollen sie durch Übungen in den einzelnen Kapiteln und am Ende des Buches ihre eigene Position finden und reflektieren.
In 25 Kapiteln stellt der Autor zahlreiche Philosophen vor, darunter auch weniger bekannte (wie Philipp Mainländer und Julius Bahnsen) sowie eine ganze Reihe Zeitgenossen. Ihre Auffassungen stellt er im Raster seiner Gundannahme der Existenz eines nihilistischen und eines hedonistischen Atheismus dar. Das paßt allerdings nicht immer (so muß Werder unterschlagen, daß Ernst Haeckels Darwin-Interpretation eine rassistische Schlagseite hatte, um ihn im Kapitel „Naturwissenschaftlicher Atheismus und fortschrittliche Politik“ präsentieren zu können). Auch die Ausführungen über „Atheismus als nihilistische Staatsreligion“ deuten auf eine selektive Wahrnehmung hin (völlig undifferenzierte Darstellung der bolschewistischen Fraktion der russischen Revolutionäre, Einschätzung des Franco-Regimes als atheistisch usw.) und lassen theoretische Defizite erkennen. Richtiggehend ärgerlich sind die zahlreichen kleinen Fehler, die eine nicht nachvollziehbare Schlampigkeit signalisieren: der norwegische Philosoph Finngeir Hiorth taucht in der Literaturlisten unter den Namen Hierth, Hieroth und Horth auf; für Philipp Mainländer werden die Lebensdaten 1841-1876 angegeben und dann wird berichtet, er habe sich 1875 erhängt usw.
Das Wunder des Atheismus bietet einen klar strukturierten Vortrag über die Geschichte atheistischen Denkens, dessen theoretisches Konzept allerdings nicht durchgehend überzeugt. Über den praktischen Atheismus ist in dem Buch leider nichts zu erfahren. Wer also auf der Suche nach einer Einstiegslektüre ist, sollte zu einem anderen Werk greifen; wer hingegen in die Materie eingelesen ist und bereit ist, über die fragwürdigen Stellen hinwegzusehen, kann der angestrebten Selbstreflexion vielleicht etwas abgewinnen.
G. Reinsdorf

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