Engels (Hrsg.), Charles Darwin und seine Wirkung

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Art.Nr.: 704 446
Engels (Hrsg.), Charles Darwin und seine Wirkung

Eve-Marie Engels (Hrsg.)

Charles Darwin und seine Wirkung

Suhrkamp, 2009
466 Seiten, kartoniert, Euro 16.-
Best. Nr. 704 446

Darwins Theorie der Evolution entfaltete nicht nur Wirkung innerhalb der Biologie, sondern strahlte auch auf andere Wissenschaften aus, wobei die neuen Ideen keineswegs immer wohlgesonnen aufgenommen wurden. Eve-Marie Engels, Inhaberin eines Lehrstuhls für Ethik in den Biowissenschaften in Tübingen, hat im vorliegenden Buch verschiedene Beiträge dazu versammelt, die diese Rezeptiongeschichte analysieren. Einige dieser Aufsätze sind vorher schon erschienen oder sind Übersetzungen aus dem Englischen.
Nach einer knappen Abhandlung zu Charles Darwins Leben und Werk von der Herausgeberin selbst befasst sich Paul White mit Darwins Briefwechsel unter dem Blickwinkel der Korrespondenz als Medium zur Verwirklichung und Explikation wissenschaflicher Netzwerke. In Mario Di Gregorios Beitrag „Unter Darwins Flagge: Ernst Haeckel, Carl Gegenbaur und Evolutionäre Morphologie“ geht es um die Frage, wie und in welchem Maße die im Aufsatztitel Genannten unter dem Einfluss von Darwins neuer Theorie ihre allgemeine Perspektive auf ihren Forschungsgegenstand änderten. Die Darwin-Rezeption in der deutschen Anthropologie im 19. Jahrhundert ist Gegenstand der Untersuchung von Dirk Backenköhler, wobei auch ein vergleichender Blick auf andere Länder gelenkt wird. Dem Einfluss Darwins auf Physik und Mathematik geht Helmut Pulte nach: dabei kann er erstaunliche Unterschiede in der Reaktion deutscher und viktorianischer Physiker nachweisen. Den einer „Physikotheologie“ nahestehenden englischen Physikern fiel die Akzeptanz deutlich schwerer. Kurt Bayertz thematisiert den Sozialdarwinismus in Deutschland zwischen 1860 bis 1900, Daniel P. Todes beschäftigt sich mit der Wirkung von Metaphern Darwins wie „war of nature“ oder „struggle for existence“ auf russische Denker. Die angebliche „große Krise des Darwinismus“ um die Wende zum 20. Jahrhundert wird von Thomas Junker untersucht. Er kommt zum Ergebnis, dass nicht speziell Darwins Ideengebäude, sondern alle damals gängigen Evolutionstheorien kritisch beurteilt wurden. Peter Beurton geht dem Beitrag Darwins zum Genbegriff nach, Ralf J. Sommer und Metta Riebesell befassen sich mit dem Verhältnis zwischen Entwicklungsbiologie und Evolutionsforschung. Von der Herausgeberin Eve-Marie Engels stammt ein Aufsatz betitelt „Charles Darwins evolutionäre Theorie der Erkenntnis- und Moralfähigkeit“. Anschließend schreiben Gerhard Roth und Ursula Dicke über „die Einzigartigkeit des Menschen aus Sicht der Hirnforschung“. „Charles Darwin und die Evolutionäre Ethik“ ist Thema eines Beitrags von Oliver Rauprich. Das letzte Kapitel geht der Haltung des Vatikan zur Evolutionstheorie nach. Dabei kommen Thomas F. Glick und Rafael A. Martinez zu dem überraschenden Ergebnis, dass es weder eine systematische Überprüfung von Veröffentlichungen zur Evolution gab, noch wurden die Werke von Charles Darwin, Thomas H. Huxley, Herbert Spencer und Ernst Haeckel auf den Index gesetzt.
Insgesamt lässt sich sagen, dass der Sammelband von Eve-Marie Engels ein facettenreiches Bild der Wirkungsgeschichte Darwins bietet und neue historische Einsichten zu vermitteln mag.
B. Reinsdorf

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