Gray, Politik der Apokalypse

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Art.Nr.: 704 464
Gray, Politik der Apokalypse

John Gray

Politik der Apokalypse

Wie Religion die Welt in die Krise stürzt

Klett-Cotta, 2009
363 Seiten, gebunden, Euro 22,90
Best. Nr. 704 464

John Gray, Professor für Europäische Ideengeschichte an der London School of Economics behauptet: „Die Politik der Moderne ist ein Kapitel der Religionsgeschichte.“ Dieses Diktum mag zunächst erstaunlich klingen, doch der Autor verwendet den Begriff Religionsgeschichte sehr weitgefasst. Nicht nur an Götter kann man glauben, sondern auch an Ideen und Utopien. Von daher lassen sich die letzten beiden Jahrhunderte, nach dem Zerfall der Vorrangstellung des Christentums, als einen Aufstieg politischer Religionen charakterisieren. Oder wie der Autor schreibt: „Unsere Welt am Beginn des neuen Jahrtausends ist übersät mit den Trümmern utopischer Projekte, die zwar säkular auftraten und sich religiösen Vorstellungen widersetzten, in Wirklichkeit aber von religiösen Mythen getragen waren.“ Einer dieser zentralen Mythen ist der Glaube an das Ende der Welt, der Geschichte. In einzelnen Kapiteln und Abschnitten zeigt Gray, dass nicht nur islamische und christliche Fundamentalisten, sondern auch Kommunisten wie Nationalsozialisten, neo-liberale Turbokapitalisten ebenso wie die Neokonservativen der Bush-Regierung einer politischen Religion anhingen, deren Grundübel der Glaube an Utopien sei (Gottes Reich auf Erden, klassenlose Gesellschaften, die Herrschaft einer bestimmten „Rasse“, der perfekte Markt, Demokratisierung mittels Bomben etc.). Dabei bezeichnet Gray ein Projekt als utopisch, wenn es unter keinen Umständen zu realisieren sei. „Die abenteuerlichen Ideen, von denen westliche Regierungen sich in letzter Zeit leiten ließen, gründen in einem Bild von der Welt, das einst nur religiöse Kulte und revolutionäre Sekten vertraten. Man ist in dem Wahn befangen, dass man mit politischem Handeln das Wesen des Menschen verändern könne.“
Vielem, was Professor Gray schreibt, wird man sicher zustimmen können. Durch die Ineinssetzung von traditioneller und politischer Religion erscheinen zahlreiche Aussagen jedoch recht unbestimmt und einer gewissen Beliebigkeit anheim gegeben. Zumal der Autor in den letzten Kapiteln Sympathie für traditionelle Religion durchblicken lässt: Diese sei ein „menschliches Grundbedürfnis“, sie sollte „voll und ganz in die öffentliche Sphäre“ eingebunden werden, Religiosität lasse sich nicht „durch Reduktion auf andere Phänomene wegerklären“. Und den Atheisten – insbesondere Richard Dawkins und Daniel Dennett – schreibt Gray ins Stammbuch: „Der heutige Atheismus ist eine christliche Häresie, die sich von früheren Häresien vor allem durch ihre intellektuelle Grobschlächtigkeit unterscheidet.“
B. Reinsdorf

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