Binder, Mythos Zen

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Binder, Mythos Zen

Alfred Binder

Mythos Zen

Alibri, 2009
277 Seiten, kartoniert, Euro 18.-
Best. Nr. 690 579

Selten gibt es einen kritischen Blick auf außereuropäische Religionen. Mythos Zen, verfasst von Alfred Binder, einem Kenner der Materie, der selbst seit 30 Jahren Zen praktiziert, unternimmt vom Standpunkt analytischer Philosophie aus eine Untersuchung des Zen-Buddhismus, die auch die ethischen, historischen und psychologischen Dimensionen mit umfasst. Ausführlich werden die Versprechen des Zen auf Erfüllung und Erleuchtung dargestellt. Anschließend bietet Binder einen Überblick über die Lehren und die Historie dieser aus Japan stammenden Religion bzw. Meditationspraxis. Erkenntnistheoretische Überlegungen zeigen dabei, dass so etwas wie „reine Erkenntnis“ nicht möglich ist und auch die Behauptung, Zen übersteige die Logik und sei mit Worten nicht darstellbar, auf Sand gebaut ist. Denn auch die „erleuchteten Meister“ bedienen sich immer wieder der Sprache, mit Hilfe von so genannten Koans (kurzen Geschichten) werden Zen-Schülern Meditationsaufgaben gestellt, die ihnen beim „Durchbruch“ helfen sollen.
Dabei tritt zutage, dass auch die angestrebte „Erleuchtung“ vor moralischen Verfehlungen nicht feit, was sich insbesondere bei der Zusammenarbeit von Zen-Meistern mit dem japanischen Faschismus (aber nicht nur dort) zeigt. Das autoritäre Verhältnis zwischen Meister und Schüler vermählte sich trefflich mit der militaristischen Ideologie und Praxis des Kaiserhauses.
Wie bei vielen Religionen ist auch im Zen die Frage nach dem Tod bzw. seiner Überwindung zentraler Bestandteil der Lehre. Binder zeigt, wie aus der existenziellen Bedrohung des Einzelnen, dem Unbehagen, sterblich zu sein, durch Übungen mystische Erlebnisse entspringen können. Erstaunliche Parallelen finden sich dabei zu christlichen Mystikern, deren Visionen, bedingt durch den andersgearteten kulturellen Hintergrund, nur verschieden gedeutet werden.
Nachdem der Autor so wesentliche Teile des Zen-Buddhismus als Metaphysik entlarvt, deren Wahrheitsgehalt mit guten Gründen zu bezweifeln ist, wendet er sich der Frage zu, ob nicht eine nicht-mystisch verstandene Zen-Praxis eine therapeutische Funktion haben könne. Binder bejaht dies, warnt aber vor überspannten Erwartungen. Für wirklich ernste psychische Probleme ist Zen ungeeignet, sogar gefährlich. Auch muss bedacht werden, dass offensichtlich nur einer Minderheit (nur „zwei von tausenden“) der Zen-Schüler, trotz aller Härte der Ausbildung, der „große Durchbruch“ gelingt. In diesem Sinne kann man von der „Erfolglosigkeit des Zen“ sprechen. Fasst man die Ziele aber bescheidener und verwirft die autoritäre Verbindung zwischen Meister und Schüler, kann Zen sehr wohl eine entspannende Funktion ausüben.
B. Reinsdorf

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