Müller-Wille / Rheinberger, Das Gen im Zeitalter der Postgenomik

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Art.Nr.: 704 519
Müller-Wille / Rheinberger, Das Gen im Zeitalter der Postgenomik

Staffan Müller-Wille / Hans-Jörg Rheinberger

Das Gen im Zeitalter der Postgenomik

Eine wissenschaftshistorische Bestandsaufnahme

Suhrkamp, 2009
156 Seiten, kartoniert, Euro 10.-
Best.Nr. 704 519

Die Autoren des vorliegenden Buchs gehen davon aus, dass wir am Beginn des Zeitalters der Postgenomik leben. Was ist unter Postgenomik zu verstehen? Ein Genom bezeichnet die Gesamtheit der Erbinformationen, die in der DNS gespeichert sind. Genomik steht für das wissenschaftliche Feld, das diese Forschungen betreibt. Nun, da es gelungen ist, über einzelne Chromosomenabschnitte hinaus ganze Chromosomensätze vollständig zu sequenzieren, befindet sich die Biologie im Zeitalter der Postgenomik. Wie es dazu kam und welche Folgen das haben könnte, versuchen Staffan Müller-Wille und Hans-Jörg Rheinberger in dem gemeinsam verfassten Buch nachzugehen.
Zuerst beschreiben die Autoren die Entwicklungslinien der Biologie des 19. Jahrhunderts, die sich immer mehr um den Begriff „Vererbung“ drehten. Sodann widmen sie sich dem Aufstieg der klassischen Genetik in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, die mit der „Wiederentdeckung“ der Arbeiten Gregor Mendels begann. Als biologische Leitdisziplin wirkte die Genetik weit über ihren ursprünglich engen Rahmen hinaus. Fragen zur Evolution und zur Embryologie traten mehr und mehr in den Vordergrund. In der Mitte des 20. Jahrhunderts begann dann die biochemische Phase in den Genetik. Langsam veränderte sich auch der Blick auf das Gen. Nicht länger war es nun nur der bestimmende Faktor für die Merkmale von Lebewesen, sondern galt plötzlich als vermarktbare Ressource, medizinische Therapeutik schien machbar, mit zum Teil futuristischen Perspektiven. Die Autoren versuchen, wie sie selbst betonen, ein Bild des „wissenschaftlichen Fortschritts“ als eine Form der kreativen Produktivität zu entwerfen, „in der Zufall und variable Gestaltungsmöglichkeiten eine ähnlich große Rolle spielen wie in den Künsten“. Ein solcher Prozess, der dem Unbekannten auf der Spur ist, kann per definitionem nicht auf ein vorherbestimmtes Ziel hinauslaufen. Neue Erkenntnisse wird es geben, doch wird die Zukunft wahrscheinlich anders sein als wir glauben.
Die Bestandsaufnahme der beiden Autoren kann als gelungen bezeichnet werden. Grundkenntnisse in der Biologie sollten die Leser allerdings mitbringen, denn Schwerpunkt ist nicht die Darstellung der (Post-)Genomik, sondern der wissenschaftliche Werdegang der Disziplin der Genetik und der Molekularbiologie.
Staffan Müller-Wille ist Dozent für Wissenschaftgeschichte an der Universität Exeter; Hans-Jörg Rheinberger ist Direktor am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.
B. Reinsdorf

Diesen Artikel haben wir am Mittwoch, 23. Dezember 2009 in unseren Katalog aufgenommen.

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