Cornwell, Die Beichte

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Art.Nr.: 705 188
Cornwell, Die Beichte

John Cornwell

Die Beichte

Eine dunkle Geschichte

Berlin Verlag, 2014
319 Seiten, gebunden, Euro 22,99
Best.Nr. 705 188

John Cornwell erzählt die Geschichte eines Unterdrückungsinstrumentes, das seine verheerende Wirkung nicht im Mittelalter, sondern im 20. Jahrhundert voll entfaltete. Dabei ist die Beichte heute das vielleicht augenfälligste Beispiel dafür, wie weit sich das „Kirchenvolk“ mittlerweile von den Würdenträgern entfernt hat. Noch Papst Johannes Paul II. erklärte, dass die Benutzung von Kondomen eine schwere Sünde sei, die nur in der Beichte vergeben werden könne; gleichzeitig kommt heute (in Europa und Nordamerika) nur noch ein verschwindend geringer Prozentsatz der Katholiken zum Pfarrer, um ihre Sünden zu bekennen (obwohl die Nutzung von Kondomen mutmaßlich auch unter Katholiken weit verbreitet sein dürfte). Doch vor nur 40 Jahren war das noch völlig anders.
Ohne die Beichte – so die These von Autor Cornwell – wären Generationen von Gläubigen Angst und Schuldgefühle, insbesondere in Bezug auf Sexualität, erspart geblieben. Und die 1910 eingeführte Kinderbeichte macht er sogar mitverantwortlich für die zahlreichen Missbrauchsfälle durch katholische Geistliche.
Das erste Kapitel des Buches gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte der Beichte. Zunächst nur für schwere Vergehen (im Sinne der Kirche) vorgesehen und als „Aussöhnung mit der Gemeinde“ verstanden, entstand knapp 1000 Jahre später die Ohrenbeichte, die zu versäumen, Anfang des 13. Jahrhunderts zur Todsünde erklärt wurde. Im Zuge der Gegenreformation wurde der Beichtstuhl eingeführt, um sexuelle Übergriffe auf Beichtende zu unterbinden, was aber nicht verhindern konnte, dass die Beichte im 19. Jahrhundert zu einer zentralen Zielscheibe des Antiklerikalismus wurde.
Im zweiten Kapitel stellt Cornwell dar, wie Papst Pius X. Anfang des vergangenen Jahrhunderts die Beichte im Rahmen seines Kampfes gegen die Moderne zur Disziplinierung der Kirchenmitglieder einsetzte. Von diesen wird nun verlangt, dass sie häufiger beichten als bislang üblich, vor allem aber wird die Altersgrenze nach unten verlegt, so dass selbst kleinen Kindern Angst vor „Todsünden“ (wie etwa zur sonntäglichen Messe verspätet zu erscheinen) eingejagt wird. Dieses System bewirkt, dass die Priesterschaft autoritärer und weltfremder wird, und bringt letztlich zahlreiche Beichtväter hervor, die ihre Schützlinge sexuell missbrauchen. Cornwell meint, dieses Phänomen sei nur angemessen zu verstehen, wenn es im Zusammenhang der Beichte als Instrument psychischer Unterdrückung gesehen werde (S. 214).
Diesen Aspekt vertieft der Autor im letzten Kapitel, bevor er einen (für Nichtgläubige weniger interessanten) Blick auf die gegenwärtige Diskussion über die Beichte wirft.
G. Reinsdorf
 

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