Strenger, Zivilisierte Verachtung

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Art.Nr.: 705 332
Strenger, Zivilisierte Verachtung

Carlo Strenger

Zivilisierte Verachtung

Eine Anleitung zur Verteidigung unserer Freiheit

Suhrkamp, 2015
104 Seiten, kartoniert, Euro 10.-
Best.Nr. 705 332

Carlo Strenger, Kolumnist von Haaretz und der Neuen Zürcher Zeitung, hat einen großartigen Essay über die Verteidigung der Kritik als Grundlage menschlicher Freiheit geschrieben. Er positioniert sich dazu an drei Fronten: Gegen Ideologien (in erster Linie Religionen), die auf Kritik mit Beleidigtsein, Diskursverweigerung und Gewalt reagieren. Gegen den Werte- und Kulturrelativismus der postmodernen Linken, der dazu führt (Stichwort political correctness), dass reaktionäre Positionen als gleichberechtigt anerkannt werden, sofern sie nur nicht als „weiß“ oder „westlich“ identifiziert werden. Und gegen die populistische Rechte (Stichwort Pegida), die sich zum Retter „westlicher“ Werte aufspielt, jedoch schon vom Ansatz her ein zentrales Ziel der Aufklärung – die Gleichheit der Menschen – ausblendet und insofern gegen die politische Tradition auftritt, die sie vorgibt zu verteidigen.
Strenger stärkt gegen diese Positionen das Individuum und dessen Recht, ohne staatliche Beeinträchtigung seine Religion oder Weltanschauung wählen zu dürfen. Für Religionsgemeinschaften gelte dies nur bis zu dem Punkt, an dem sie Aussagen über die Welt treffen (die wissenschaftlich überprüfbar sind) oder gesellschaftliche Regeln aufstellen wollen. Wenn sie unsinnige Behauptungen vertreten oder die Freiheitsrechte anderer einschränkende Forderungen erheben, ist es legitim, sie zu kritisieren, auch sie zu verspotten. Anstelle des immer wieder eingeforderten Respekts hält Strenger für diese Religionsvertreter „zivilisierte Verachtung“ bereit. Zivilisiert definiert Strenger so, dass die Verachtung zum einen auf Argumenten beruhen muss und zum anderen auf die Aussagen bzw. die zugrundeliegende Ideologie zielt, dem Individuum aber die Möglichkeit der Emanzipation offen lässt.
Obwohl Strenger sich zum Westen als Ausgangspunkt der Aufklärung, an dem bis heute halbwegs liberale Regierungsformen vorherrschen, bekennt, sieht er Kolonialismus, Rassismus, Antisemitismus und das Bestreben, den Rest der Welt politisch und ökonomisch zu dominieren. Doch geht er davon aus, dass diese kein Ergebnis der Aufklärung sind, sondern dass die westliche Zivilisation eben nicht nur von der Aufklärung sondern auch von anderen Ideologemen (wie beispielsweise der Romantik) geprägt wurde.
Strengers Argumentation enthält auch weniger überzeugende Passagen (wie den Abschnitt über Eliten), aber unterm Strich liefert er eine treffende Analyse der in Europa derzeit weit verbreiteten Kritikfeindlichkeit.
G. Reinsdorf
 

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