Degen, Das Ende des Bösen

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Art.Nr.: 704 130
Degen, Das Ende des Bösen

Rolf Degen

Das Ende des Bösen

Die Naturwissenschaft entdeckt das Gute im Menschen

Piper, 2007
295 Seiten, gebunden, Euro 19,90
Best.Nr. 704 130

Die Vorstellung, die Erkenntnisse der Naturwissenschaften wiesen den Menschen als schieren Egoisten, als rücksichtslosen Kämpfer ums Dasein aus, sind weit verbreitet. Zwar ist dieses Bild falsch, da Wissenschaftler schon früh darauf hinwiesen, daß auch kooperatives Verhalten „natürlich“ ist, doch herrscht die Idee vor, „moralisches“ Verhalten müsse gegen unser biologisches Erbe durchgesetzt werden.
Der Wissenschaftsjournalist Rolf Degen setzt genau hier an und versucht zu verdeutlichen, daß der Mensch von Natur aus auf Kooperation angelegt ist und viele unserer ererbten Verhaltensweisen moralisch „gutes“ Handeln unterstützen. (Insofern ist der Titel des Buches irreführend, weil das „Böse“ selbstverständlich in der Welt bleibt, nur ist es nicht mehr schlicht und in erster Linie an die menschliche Natur gekoppelt.) Zunächst weist Degen darauf hin, daß der „Daseinskampf“ weit weniger gewalttätig ausgetragen wird, als die Vokabel suggeriert. Dann zeigt er anhand verschiedenster Beipiele, daß soziales Verhalten biologische Grundlagen hat: so scheint das Bedürfnis, andere für die Verletzung sozialer Normen zu bestrafen, in der natürlichen Funktion unseres Gehirns verwurzelt. Auch Scham- und Schuldgefühle sind offenbar Teil unserer genetischen Ausstattung und üben die Funktion aus, Fehlverhalten zu signalisieren (das Erröten zeigt der Umwelt den Fauxpas an) und in einem zweiten Schritt eine Verhaltensänderung einzuleiten.
In einem eigenen Kapitel wendet sich Degen der Rolle der Religionen zu. Er stellt klar, daß diese als „Moralverstärker“ nicht taugen. Zahlreiche empirische Untersuchungen haben keinerlei Hinweis darauf ergeben, daß religiöse Menschen sich in Testsituationen „moralischer“ verhalten als andere; im Gegenteil, es ließ sich ein Zusammenhang von Religiosität und Voreingenommenheit gegen Minderheiten feststellen. Fazit: „wie die Dinge aussehen, kann man es durchaus schaffen, sich auch ohne diesen Segen als anständiger, gesunder, verlässlicher, denkender, hoffender und zweifelnder Mensch durch das Leben zu schlagen.“
Insgesamt rückt Degens Buch oben beschriebenes Fehlurteil, das nicht zuletzt von den daran interessierten Hütern einer ganz bestimmten Moral gepflegt wird, in verständlicher Sprache und anschaulich zurecht. Dem Bemühen um allgemeine Verständlichkeit sind wahrscheinlich auch einige etwas verkürzte und dadurch fragwürdige Argumentationen geschuldet (z.B. „Opium für das Volk“). Wer tiefer ins Thema einsteigen will, kann sich anhand der angegebenen (allerdings größtenteils englischsprachigen) Literatur vortasten.

Diesen Artikel haben wir am Freitag, 21. Dezember 2007 in unseren Katalog aufgenommen.

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