Corell / Koch, Papst ohne Heiligenschein?

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Art.Nr.: 704 176
Corell / Koch, Papst ohne Heiligenschein?

Richard Corell / Ronald Koch

Papst ohne Heiligenschein?


Joseph Ratzinger in seiner Zeit und Geschichte

Zambon, 2006
340 Seiten, kartoniert, Euro 15.-
Best.Nr. 704 176

Die beiden Autoren legen eine Biographie Joseph Ratzingers vor, die den Schwerpunkt auf eine Verortung des vormaligen Präfekten der Glaubenskongregation und jetzigen Papstes ins politische Geschehen legt. Ausgangspunkt ihrer Analyse ist die Feststellung, daß Ratzinger in der Presse widersprüchlich beschrieben wird: mal als knochenharter Konservativer, mal als kluger Intellektueller mit liberalen Wurzeln. Um zu begründen, welcher Facette die größere Bedeutung beizumessen ist, zeichnen die Autoren Ratzingers Lebensweg nach, referieren seine Positionen und ordnen sie in der jeweiligen historischen Situation ein.
Vor allem das Umfeld des jungen Ratzingers wird ausführlich beschrieben, insbesondere sein Verhältnis zu Kardinal Faulhaber, aber auch seine spätere Freundschaft zu dem weit rechts stehenden Regensburger Bischof Rudolf Graber. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Ratzingers Verhältnis zu den demokratischen Gremien der katholischen Laien sowie seiner Kritik der „Theologie der Befreiung“. Als Fazit ließe sich zusammenfassen: Ratzinger gehörte stets zu jenem Flügel der Kirche, der sich in den Dienst der Herrschenden stellte, lange bevor er „Wojtylas Inquisitor“ wurde (1981), hatte er liberale Strömungen in Kirche und Gesellschaft verächtlich gemacht und bekämpft. Und: Ratzinger war von Beginn an darauf bedacht, seine theologischen Positionen so zu wählen, daß sie einer Karriere nicht im Wege stehen würden (treffend ist eines der zusammenfassenden Kapitel mit „Ein angepasster Lebensweg“ überschrieben).
Interessant sind auch die Passagen, in denen die Autoren die Ausführungen aus Ratzingers Autobiographie ihren eigenen Recherchen gegenüberstellen. Denn offenbar hat der heutige Papst ein sehr selektives Erinnerungsvermögen (z.B. wenn es um seine Tübinger Zeit und sein Verhältnis zu den Studenten geht).
Die Autoren verfolgen zahlreiche Nebenpfade; teilweise ist dies wichtig, damit eine Einordnung Ratzingers in seiner Zeit gelingt, teilweise führt dies aber auch sehr weit vom Thema weg (so eindrucksvoll die Flucht Hans Beimlers aus dem KZ Dachau auch ist, zum Verständnis des Lebenswegs Joseph Ratzingers trägt die Episode nichts bei). Auch andere Abschnitte des Buches haben Schwächen, etwa wenn auf dreineihalb Seiten das Verhältnis von Kirche und Kurie zu den lateinamerikanischen Militärdiktaturen abgehandelt wird. Trotzdem enthält Papst ohne Heiligenschein? viele Informationen, die hilfreich sind, Papst Benedikt XVI. einzuordnen – und zwar als Vertreter einer autoritären Ordnung, der sich vor der Macht des besseren Arguments fürchtet und deshalb stets auf Machtstrukturen setzte.
 

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